Yoga und Menstruation

Ist es sicher, während der Menstruation Yoga zu praktizieren?


Vielleicht geht es dir genauso wie vielen anderen Frauen und du hast ein paar Fragen zum Thema Yoga und Menstruation. Zum Beispiel: Beeinflusst Yoga den Menstruationszyklus? Kann man Yoga üben, wenn man seine Periode hat oder Schmerzen durch den Menstruationszyklus hat? Solche Fragen haben viele Frauen und die Herangehensweise an das Thema kann zu Verunsicherung führen.

Wenn wir jedoch wissen, wie Yoga auf den Körper wirkt, dann können wir auch besser verstehen, was ein Mythos ist und was die Realität ist. Das schauen wir uns in diesem Blogartikel einmal genauer an.

Als Yogalehrerin werde ich sehr häufig gefragt, ob es in Ordnung ist, während der Menstruation Yoga zu praktizieren. Vielen Teilnehmern wird beigebracht, dass das Üben von Yoga, insbesondere von Umkehrhaltungen, während des Menstruationszyklus ungesund und unsicher ist und daher strikt vermieden werden sollte. Auf der anderen Seite sagen einige Yogalehrer, dass Umkehrhaltungen während der Menstruation überhaupt kein Problem darstellen. Yogalehrer und Ausbilder sind in ihrer Meinung zu diesem Thema recht geteilt.

Yoga und Menstruation: Ein kulturelles Stigma?


Kulturelle Tabus rund um die Menstruation haben die Sichtweise der Menschen lange beeinflusst. Traditionell gilt die Faustregel, dass der Körper einer Frau während der Menstruation „unrein“ ist. Daher war es ihnen auch untersagt, an gesellschaftlichen Veranstaltungen oder religiösen Praktiken teilzunehmen. Da Yoga eine Jahrtausende alte Tradition ist und ihre Wurzeln im Hinduismus hat, wurde dies unweigerlich Teil dieses kulturellen Stigmas.

Warum raten manche Yogaschulen und Traditionen davon ab, Yoga während des Menstruationszyklus zu praktizieren?

Die große Meinungsverschiedenheit über die Frage, ob es sicher ist, Yogastellungen mit Umkehrung zu praktizieren, haben ihren Ursprung in einem kulturellen Stigma in Indien, dem Geburtsland das Yoga. Der Glaube, dass sich die Frau während der Menstruation in einer Reinigungsphase befindet und sich nicht an spirituellen Praktiken beteiligen sollte, ist sehr verbreitet. Früher und in manchen ländlichen Dörfern auch noch heute, galten menstruierende Frauen als sehr unrein. Sie durften sich nicht an Gebet oder anderen religiösen Aktivitäten beteiligen. Das betreten eines Tempels während der Menstruation galt als Sünde und es war sogar üblich, dass Frauen aufgefordert wurden, ihr Haus zu verlassen und für die Dauer der Menstruation in einer Hütte außerhalb ihres Dorfes zu wohnen. Dass Frauen während der Menstruation kein Yoga praktizieren sollten, ist daher eine logische Schlussfolgerung, wenn man sich von diesem Stigma beeinflussen lässt. Reste dieser kulturellen Auffassung von Yoga sind in den meisten Yoga Traditionen zu finden. In der Yogaschule von B. K. S. Iyengar sind Umkehrungen während der Menstruation verboten. Und in der von Sri K. Pattabhi Jois gründeten Ashtanga Yogaschule werden Frauen aufgefordert, während der „Mondtage“ keine Yogaübungen zu machen. Viele andere Yogaschulen sind entweder strikt dagegen oder unschlüssig, ob während der Periode Yoga geübt werden sollte.